Kapitel 1 von 2
Living Knowledge – Natürliche Wissensordnung
Dauerhafte Foundation der natürlichen inneren Wissensordnung von ORLENE.
Zweck
Diese Foundation definiert die natürliche innere Wissensordnung von ORLENE. Sie ist weder ein Experiment noch eine Idee für eine Benutzeroberfläche. Sie gilt unabhängig davon, wie Wissen in einem bestimmten Produkt, Workspace oder Medium dargestellt wird.
Zweck
ORLENE besitzt eine innere Wissensstruktur. Der Benutzer muss diese Struktur niemals sehen. Er soll ausschließlich erleben, dass im jeweiligen Moment jene Gedanken hervortreten, die sein Verstehen unterstützen.
Grundsatz
Wissen ist in ORLENE kein statischer Bestand isolierter Dokumente. Es lebt durch Fragen, Gedanken, Erfahrungen, Erkenntnisse, Gespräche und deren inhaltliche Beziehungen.
Grundsatz
Dokumente bleiben vollständig erhalten. Sie bewahren einen nachvollziehbaren Wissensstand. Die natürliche Wissensordnung existiert jedoch unabhängig von Dokumentformat, Ordner, Navigation oder Darstellung.
Architekturmetapher
Die interne Wissensstruktur orientiert sich am Denkmodell eines lebenden Baumes. Diese Metapher dient ausschließlich der Architektur. Sie ist keine visuelle Vorgabe.
Architekturmetapher
Der Benutzer sieht keinen Baum, keine Wurzeln, keine Äste und keine Blätter. Die Metapher hilft der Architektur lediglich dabei, tragende Grundlagen, größere Zusammenhänge und einzelne Gedanken als lebende, miteinander verbundene Wissensformen zu verstehen.
Wurzeln
Wurzeln sind tragende Gedanken und grundlegende Wissensbereiche. Zu ihnen können beispielsweise gehören:
Wurzeln
- Founding Domains - Memory - Workspace - Vision - Review - weitere grundlegende Wissensbereiche
Wurzeln
Wurzeln geben Halt und tragen den Wissensraum. Sie wirken im Hintergrund. Sie müssen weder in einer Navigation erscheinen noch dem Benutzer als technische Kategorie erklärt werden.
Wurzeln
Eine Wurzel ist keine Ordnerstruktur und kein exklusiver Eigentümer eines Gedankens. Ein Gedanke darf aus mehreren Wurzeln Kraft und Bedeutung beziehen.
Äste
Äste sind größere Themen und Orientierungszusammenhänge. Sie verbinden mehrere Gedanken, Fragen und Erfahrungen, ohne daraus eine starre Hierarchie zu erzeugen.
Äste
Äste dürfen wachsen, sich verbinden und neue Richtungen bilden. Ihre Aufgabe ist innere Orientierung. Ob und wie sie in einer konkreten Erfahrung sichtbar werden, entscheidet nicht das interne Modell allein, sondern der jeweilige menschliche Kontext.
Blätter
Blätter stehen für einzelne Gedanken. Ein Gedanke kann unter anderem tragen:
Blätter
- Fragen - Beispiele - Erfahrungen - Erkenntnisse - Gespräche - Ergänzungen - Beziehungen zu anderen Gedanken
Blätter
Gedanken können wachsen und sich verändern. Neue Gedanken entstehen. Frühere Gedanken bleiben als Teil der Wissensgeschichte erhalten. Veränderung bedeutet nicht, dass ältere Gedanken bedeutungslos oder unsichtbar gemacht werden.
Beziehungen statt starrer Hierarchie
Die natürliche Wissensordnung ist kein klassischer Baum im Sinne einer exklusiven Parent-Child-Hierarchie.
Beziehungen statt starrer Hierarchie
Ein Gedanke kann mehrere Wurzeln besitzen. Eine Wurzel kann unzählige Gedanken hervorbringen. Themen können einander überlagern. Fragen können mehrere Dokumente und Gedanken anstoßen. Erfahrungen können bestehende Erkenntnisse ergänzen oder in einen neuen Zusammenhang stellen.
Beziehungen statt starrer Hierarchie
Beziehungen entstehen aus inhaltlichem Zusammenhang, nicht allein aus technischen Links. Technische Referenzen dürfen solche Beziehungen abbilden, sind jedoch nicht mit deren fachlicher Bedeutung gleichzusetzen.
Der Mensch erlebt Gedanken
Der Benutzer erlebt nicht die interne Architektur. Er erlebt einen freien Gedankenraum.
Der Mensch erlebt Gedanken
ORLENE zeigt nur das, was ein Mensch im jeweiligen Moment zum Verstehen benötigt. Die innere Ordnung bleibt ruhig im Hintergrund und darf weder Aufmerksamkeit beanspruchen noch eine bestimmte Interpretation erzwingen.
Der Mensch erlebt Gedanken
Menschen dürfen den Wissensraum unterschiedlich erleben. Für einen Menschen kann er sich wie eine Landschaft anfühlen, für einen anderen wie ein Sternenhimmel oder ein Garten. ORLENE erklärt keine dieser Interpretationen zur verbindlichen Darstellung.
Leitsatz
> ORLENE zeigt niemals seine Wurzeln. Es zeigt immer nur das, was der Mensch zum Verstehen im jeweiligen Moment benötigt.
Verbindliche Architekturgrenzen
Aus dieser Foundation folgt:
Verbindliche Architekturgrenzen
1. Die Baum-Metapher bleibt ein internes Denkmodell. 2. Es entstehen daraus keine Baumgrafik, Baumansicht, Wurzelansicht oder Astdarstellung. 3. Wissensbeziehungen dürfen nicht auf eine starre, exklusive Hierarchie reduziert werden. 4. Dokumente bleiben bewahrte und nachvollziehbare Wissensstände. 5. Gedanken dürfen dokumentübergreifend und mit mehreren Grundlagen verbunden sein. 6. Die Oberfläche bleibt ein freier Gedankenraum und zeigt nur kontextuell notwendige Zusammenhänge. 7. Persönliche Wege und Markierungen verändern niemals die gemeinsame Wissensordnung. 8. Technische Strukturen dienen dem Wissen; sie werden nicht mit seiner Bedeutung verwechselt.
Bedeutung für bestehende Architekturgrundlagen
Living Knowledge gibt bestehenden und zukünftigen Komponenten eine gemeinsame Ausrichtung, ohne sie in dieser Foundation technisch zu verändern:
Bedeutung für bestehende Architekturgrundlagen
- Der Thought Graph kann Beziehungen zwischen Gedanken abbilden. - Question Driven Knowledge kann Fragen als Ursprünge mehrerer Gedanken und Dokumente verstehen. - Origin Experience kann die Entstehung eines Gedankens erfahrbar machen. - Thought Horizon kann persönliche Wege zeigen, ohne die gemeinsame Wissensordnung zu verändern. - Dokumente und der Documentation Workspace bleiben die bewahrende, nachvollziehbare Form des Wissens.
Bedeutung für bestehende Architekturgrundlagen
Diese Komponenten sind mögliche Umsetzungen. Keine einzelne Komponente ist mit Living Knowledge selbst gleichzusetzen.
Geltung für zukünftige Entwicklungen
Jede zukünftige ORLENE-Entwicklung soll prüfen:
Geltung für zukünftige Entwicklungen
- Unterstützt sie lebende inhaltliche Beziehungen? - Bewahrt sie Herkunft und Entwicklung? - Vermeidet sie unnötige Sichtbarkeit interner Strukturen? - Lässt sie dem Menschen die Richtung seiner Aufmerksamkeit? - Verhindert sie, dass technische Ordnung als menschliche Bedeutung ausgegeben wird? - Erhält sie frühere Gedanken als nachvollziehbaren Teil der Wissensgeschichte?
Geltung für zukünftige Entwicklungen
Living Knowledge ist damit eine dauerhafte Grundlage für alle zukünftigen Bereiche des ORLENE Knowledge Space und der gesamten ORLENE-Wissensarchitektur.